Nicht schlecht, das TV-Kanzlerduell. Man darf den Sendern und den von ihnen dafür abgeordneten Fragern zu so viel
Argumentation ruhig gratulieren, die mit ihren Fragen den
Schlagabtausch zwischen Amtsinhaberin Angela Merkel und Herausforderer Peer Steinbrück lebendig gestalteten, gerade dann, wenn das Duell drohte im
deutschen Klein-Klein zu versinken, was allerdings auch wiederum einigen vorgefertigten Fragen geschuldet war, doch schließlich und alles in allem sowie allen Beteiligten geschuldet:
eine runde Sache, pas mal. Für die
Sachlichkeit sorgten die Kandidaten zudem höchstpersönlich, die selbst bekanntermaßen zu solcher neigen, was Raab hinriss, der am liebsten beide in einer Regierung hätte, wie er bekannte. Doch auch dieses persönliche Moment störte kaum. Die Bewerber ums Bundeskanzleramt wurden ´gleichermaßen
publikumswirksam nicht müde zu betonen, dass nun allein
der Wähler am Hebel sitze. Weder Umfragen, Analysen des TV-Duells noch andere Sympathiebekundungen für diese oder jene Seite werden daran je etwas ändern. So viel
Realitätsbewusstsein ist selten live zu sehen und zu hören. Die Zwischenbilanz der Umfragewerte fiel deshalb nachvollziehbar ausgewogen aus:
44 Prozent für Merkel, 43 Prozent für Steinbrück. Die Veranstaltung dürfte damit doch mindestens eine
Wähler-Motivation gewesen sein, zur Urne zu gehen, was keine geringe Ausbeute sein dürfte, im Gegenteil.
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